Das Fundament

Grundlegende Begriffe in der Bibel
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Altes Testament und Neues Testament

Die Begriffe Altes Testament und Neues Testament kommen nicht in der Bibel vor, sondern sind menschlichen Ursprungs. Die Bibel ist das Werk eines Autors, nämlich unseres Gottes und Schöpfers JHWH und sie ist, durch seinen heiligen Geist inspiriert, von verschiedenen, erwählten Männern Gottes niedergeschrieben worden. Die Bibel beschreibt die Liebesgeschichte zwischen Gott und den Menschen und die eine Heilsgeschichte, in der sein Sohn Jeschua die zentrale Rolle für den Wiederherstellungsplan Gottes einnimmt.

Die Unterteilung in ein Altes Testament und Neues Testament geht zurück auf... Diese Begriffe Altes Testament und Neues Testament sind nicht bloß Begriffe, sondern können im schlimmsten Fall dazu führen, dass das eine als alt bzw. veraltet angesehen und diesem nicht mehr so viel Beachtung geschenkt wird, während das andere als neu und allein ausreichend angesehen wird.

Eine andere Benennung sind die beiden Begriffe Tanach und Brit Chadaschah.
Der Begriff TaNaCh ist eine Abkürzung für die drei Hauptbestandteile Torah (fünf Bücher Mose), Nevi'im (Propheten) und Chetuvim (Schriften).
Brit Chadaschah bedeutet übersetzt Erneuert Bund und enthält die Evangelien, die Apostelgeschichte, die Briefe der Apostel sowie das Buch der Offenbarung.

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Neuer Bund

Der Begriff Neuer Bund, den wir in unseren heutigen Bibeln sowohl in Jeremia 31,33 und in den Evangelien finden, ist eigentlich richtigerweise als ein Erneuerter Bund zu verstehen, den unser himmlischer Vater durch seinen gesandten Sohn Jeschua ermöglicht.
Unser Gott und Schöpfer ist ein Gott der Bündnisse und diese erneuert Er immer wieder, genauso wie Er seine Verheißungen und Versprechen immer wieder bestätigt.

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Torah

In unseren heutigen Bibelübersetzungen lesen wir oftmals vom sog. Gesetz. Der Begriff, den wir im hebräischen Urtext der Bibel finden, ist der Begriff Torah. Folgende Quelle liefert eine sehr schöne Erklärung des Wortes Torah:

"Tora - תורה bedeutet nicht [...] "Gesetz". Vielmehr lassen sich hebräische Worte und Begriffe von sogenannten "Wortwurzeln", also ihrer Ursprungsbedeutung im Kern, ableiten. Die dem Wort Tora zugrundeliegende Wortwurzel ist das Verb hara - הרה. Es bedeutet "einen Keim setzen", "befruchten", "schwängern".
Andere Derivate dieses Kernwortes sind z. B. beHerajon - בהריון = "schwanger sein"; more/mora - מורה = Lehrer, Lehrerin und hora'a הוראה = Anweisung.
Deswegen ist das hebräische Wort Tora - תורה von seinem wirklichen Sinn her mit "Lehre" oder "Weisung" am ehesten zu übersetzen. Darum erklärte einst der Rabbiner S. Raphael Hirsch: "Mit der Tora will der Ewige durch diese seine Lehre den Geist und das Herz des Menschen befruchten!" Elohim, unser Schöpfer, möchte also mit seiner Lehre, der Tora, unsere Gedanken und unsere Gesinnung hin zu seinem Denken und mit seinem Willen befruchten."
(Quelle: www.bibel-texte.de)

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Gesetz in den Paulusbriefen

Gerade in den Paulusbriefen, die laut der Aussage des Apostels Petrus schwer zu verstehen sind (siehe 2.Petrus 3,15 - 16), wird der Begriff Gesetz für sieben unterschiedliche Arten von Gesetz verwendet, was unbedingt je nach Kontext zu berücksichtigen ist.

Systematische Theologie

Der Irrtum des Dispensationalismus

„Hat Gott seinen Plan geändert? Oder haben wir nur aufgehört, den einen ewigen Plan zu verstehen?“

Stellen Sie sich vor, Sie lesen eine Biografie über einen liebenden Vater. Im ersten Teil des Buches wird er als strenger, prinzipientreuer Erzieher beschrieben, der seinen Kindern klare Regeln gibt: "Fasst nicht auf die heiße Herdplatte!", "Spielt nicht auf der Autobahn!"

Er nennt diese Regeln ewig, weil die Gefahr für das Leben seiner Kinder ewig besteht. Doch im zweiten Teil des Buches behauptet der Autor plötzlich, dieser Vater habe sich grundlegend geändert. Weil er seine Kinder nun liebt - was impliziert, er habe es vorher nicht getan - , seien alle bisherigen Regeln aufgehoben. Die Kinder dürften nun auf der Autobahn spielen, weil sie nicht mehr "unter den Regeln", sondern "unter der Gnade" seien.

Klingt das logisch? Oder klingt es nach einem gefährlichen, lebensbedrohlichen Missverständnis? Leider ist genau dies das Bild, das der sogenannte Dispensationalismus oft vermittelt. Es ist eines der dominantesten, theologischen Systeme in der modernen, evangelikalen Welt, doch bei näherer Betrachtung offenbart es Risse im Fundament unseres Gottesbildes, denn es steht geschrieben:

"Denn ich, der HERR, verändere mich nicht; deshalb seid ihr, die Kinder Jakobs, nicht verzehrt worden."

Maleachi 3,6

1. Die Zerstückelung der Bibel

Der Begriff Dispensationalismus leitet sich vom griechischen Wort oikonomia (Haushaltung/Verwaltung) ab. Diese Lehre unterteilt die Menschheitsgeschichte in meist sieben strikt voneinander getrennte Epochen bzw. Zeitalter. In jedem Zeitalter, so die Theorie, prüft Gott den Menschen unter einer jeweils anderen Verwaltungsordnung. In dieser Form wird der Dispensationalismus häufig auch mit der sogenannten Ersatztheologie in Verbindung gebracht, da Israel und Gemeinde theologisch voneinander getrennt und unterschiedliche Heilswege angenommen werden.

Das Problem ist die Behauptung, dass in den verschiedenen Epochen unterschiedliche Prinzipien der Errettung oder der Moral gelten.

Die 7 klassischen Dispensationen sehen wie folgt aus:
1

Unschuld (Eden):

Der Zeitraum von der Schöpfung bis zum Sündenfall. Der Mensch lebte in direkter Gemeinschaft mit Gott.

2

Gewissen:

Die Zeit vom Sündenfall bis zur Sintflut. Gott leitete den Menschen – nach dieser Lehre – primär durch sein inneres moralisches Empfinden.

3

Menschliche Regierung:

Die Ära von Noah bis zum Turmbau zu Babel. Hier wurde dem Menschen erstmals die Verantwortung für die rechtliche Ordnung und das Gericht übertragen.

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Verheißung:

Von der Berufung Abrahams bis zum Berg Sinai. Die Beziehung zu Gott basierte in dieser Phase auf den Verheißungen an die Erzväter.

5

Gesetz (Sinai bis zum Kreuz):

In diesem Modell wird diese Zeit oft als „Bund der Werke“ bezeichnet. Es wird gelehrt, dass Gott hier das Gesetz gab, um die Sündhaftigkeit des Menschen aufzuzeigen. Das Scheitern Israels unter dieser Ordnung soll demnach bewiesen haben, dass das Gesetz als Heilsweg nicht funktioniert.

6

Gnade (Gemeindezeitalter):

Das jetzige Zeitalter. In dieser Sichtweise wird die heutige Zeit oft als eine „Einschaltung“ oder „Klammer“ betrachtet, in der das Gesetz keine Gültigkeit mehr besitzt und ausschließlich der Glaube zählt. Das Volk Israel gilt in dieser Theorie als vorübergehend „auf Eis gelegt“, während Gott nun mit der Gemeinde aus den Nationen handelt.

7

Königreich:

Das Millennium. Die zukünftige Herrschaft Christi auf Erden nach seiner Wiederkunft.

2. Die Lüge der "Werksgerechtigkeit" im "Alten Testament"

Ein Kernfehler dieses Systems ist die Annahme: "Früher (vor der Zeit Jesu) wurden Menschen durch das Halten des Gesetzes gerettet, heute werden wir durch Glauben gerettet."

Das ist theologisch unmöglich und biblisch falsch.

Die Annahme, Gott habe seinen Heilsplan im Laufe der Zeit grundlegend geändert, ist theologisch unmöglich und biblisch falsch. Niemals seit der Erschaffung der Erde wurde ein sündiger Mensch durch das Einhalten von Regeln gerettet. Das Gesetz (die Torah) wurde nie gegeben, um Menschen zu erlösen oder einen Weg zur Selbstrechtfertigung zu ebnen. Paulus beschreibt die Funktion der göttlichen Weisung treffend mit dem Bild eines Spiegels (Römer 3,20): Ein Spiegel zeigt uns mit absoluter Präzision, dass das Gesicht schmutzig ist – aber niemand käme auf die Idee, sich mit dem Spiegel waschen zu wollen. Er diagnostiziert das Problem der Sünde, aber er ist nicht die Therapie. Die Reinigung von der Schuld geschah zu jeder Zeit ausschließlich durch die Gnade Gottes und das Vertrauen auf sein rettendes Handeln.

Lies dazu bitte Hebräer Kapitel 11, das die Helden des Glaubens beschreibt.

Mythos vs. Wahrheit

Mythos: Im Alten Testament gab es keine Gnade, nur Gesetz.
Wahrheit: "Noah aber fand Gnade in den Augen des HERRN" (1. Mose 6,8) – lange vor dem Gesetz am Sinai.

Mythos: Im Alten Testament wurde man durch Werke gerecht.
Wahrheit: "Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet" (1. Mose 15,6). Der Weg zum Heil war immer der Glaube.

Mythos: Das Gesetz war eine Bedingung für die Errettung.
Wahrheit: Aus Gnade rettete Gott Israel zuerst aus Ägypten und gab ihnen erst danach am Sinai das Gesetz. Gehorsam ist die Reaktion auf die Errettung, nicht ihre Ursache.

Wegweisung

Ein fundamentales Prinzip der Bibel ist die Reihenfolge von Erlösung und Gehorsam. Gott forderte von den Israeliten nicht den Gehorsam gegenüber der Torah ein, damit Er sie aus Ägypten befreit. Er befreite sie zuerst durch einen reinen Akt der Gnade und das Blut des Passahlammes (2. Mose 12). Erst, als sie bereits ein erlöstes Volk waren, empfingen sie am Sinai die Gebote.

Daraus folgt eine zeitlose Wahrheit: Gehorsam gegenüber Gottes Wort ist niemals die Ursache der Errettung, sondern immer die dankbare Reaktion darauf. Wir halten die Gebote nicht, um Kinder Gottes zu werden, sondern weil wir durch den Messias bereits Kinder Gottes sind. Die Torah ist somit kein Joch der Knechtschaft, sondern der Schutzraum und die Weisung für ein Leben in Freiheit und Heiligung (Römer 7,12; 1. Johannes 5,3).

3. Gott ändert seine Definitionen nicht

Ein zentrales Missverständnis besteht in der Annahme, Gott würde seine Definitionen von Moral und Heiligkeit je nach Zeitalter anpassen. Doch wenn Gott am Sinai erklärte, dass Ehebruch eine Sünde ist oder dass bestimmte Tiere nicht als Nahrung vorgesehen sind
(3. Mose 11), dann tat Er dies nicht willkürlich. Er tat es, weil Er heilig ist und vollkommen weiß, was für den Menschen gut und förderlich ist. Würde Gott diese Maßstäbe im „Zeitalter der Gnade“ widerrufen, ließe dies auf eine Veränderung seines Charakters oder seiner Weisheit schließen.

Die Schrift bezeugt jedoch das Gegenteil: Bei Gott ist „keine Veränderung noch ein Schatten des Wechsels“ (Jakobus 1,17). Was am Sinai als „heilig, gerecht und gut“ definiert wurde (Römer 7,12), kann heute nicht plötzlich als „schlecht oder veraltet“ gelten. Die Torah ist weit mehr als eine bloße Gesetzessammlung; sie ist der schriftlich niedergelegte Charakter Gottes. Da Gott sich nicht wandelt, bleiben auch die Prinzipien seiner Weisung bestehen.

4. Der Neue Bund ist keine Abschaffung

Oft wird der Neue Bund als Beweis für die Abschaffung des Gesetzes angeführt. Doch ein Blick in die prophetische Definition dieses Bundes zeigt ein anderes Bild. Gott verspricht in Jeremia 31,33 nicht, ein neues oder anderes Gesetz einzuführen. Er sagt: „Ich will mein Gesetz (Torah) in ihr Inneres legen und sie auf ihr Herz schreiben.“ Der Autor des Hebräerbriefs schreibt über den Neuen Bund:

"[10] sondern das ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel machen will nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein."

Hebräer 8:10, SCH1951

Der Neue Bund ändert somit nicht den Inhalt des Gesetzes, sondern dessen Aufbewahrungsort. Anstatt auf äußeren Steintafeln ruht die Torah nun im Inneren des gläubigen Menschen. Dies geschieht nicht durch menschliche Anstrengung, sondern durch das Wirken des Heiligen Geistes. Gott schenkt uns ein neues Herz und legt seinen Geist in uns, damit wir befähigt werden, in seinen Satzungen zu wandeln und seine Rechte zu bewahren.

"[25] Ich will reines Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet; von aller eurer Unreinigkeit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. [26] Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; [27] ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Satzungen wandeln und meine Rechte beobachten und tun."

Hesekiel 36:25-27, SCH1951

Gnade ist also nicht die Erlaubnis zur Gesetzlosigkeit, sondern die göttliche Kraft zum Gehorsam aus Liebe.

Mythos vs. Wahrheit (Fortsetzung)

Mythos: Wandelbare Moral
Im Neuen Bund hat Gott seine Definitionen von Reinheit und Sünde geändert.
Wahrheit: Unveränderlicher Gott
Gottes Charakter und seine Definitionen von Heiligkeit sind ewig und wandeln sich nicht. (Jakobus 1,17; Maleachi 3,6)

Mythos: Abschaffung
Der Neue Bund hat das „alte Gesetz“ durch ein „Gesetz der Liebe“ ersetzt.
Wahrheit: Verinnerlichung
Der Neue Bund schreibt dieselbe Torah Gottes durch den Geist direkt in unser Herz. (Jeremia 31,33; Hebräer 8,10)

Mythos: Freiheit von Geboten
Unter der Gnade sind wir frei von der Verpflichtung, Gottes Anweisungen zu folgen.
Wahrheit: Befähigung zum Dienst
Der Heilige Geist wurde gegeben, damit wir Gottes Weisungen endlich von Herzen tun können. (Hesekiel 36,26-27; Römer 8,4)

Wenn wir diese Punkte zusammenfügen, erkennen wir eine wunderbare Harmonie:
Gott rettet uns durch Gnade, gibt uns eine neue Identität und schreibt uns dann seine lebensspendenden Weisungen ins Herz. Der Neue Bund ist keine Abkehr von Gottes ursprünglichem Willen, sondern dessen vollkommene Wiederherstellung im Leben des Gläubigen.

Nächste Lektion

Wenn das Gesetz nicht abgeschafft ist, was meinte Jesus dann mit "Erfüllen"?

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